Krankenversicherung

Gesetzlich oder privat ist eine Entscheidung mit langer Wirkung, und selten so eindeutig, wie sie verkauft wird. Für die meisten ist die gesetzliche Kasse mit der richtigen Zusatzversicherung der bessere Weg. Wir sortieren das mit dir.


Zwei Systeme, zwei Logiken

Die gesetzliche Kasse funktioniert nach dem Solidarprinzip: Wer mehr verdient, zahlt mehr, und alle bekommen das Gleiche. Die private Versicherung rechnet für jeden einzeln: Dein Beitrag richtet sich nach deinem Risiko, nicht nach deinem Gehalt.

Gesetzliche und private Krankenversicherung im Vergleich
Gesetzlich Privat
Wer ist dort versichert Angestellte bis zur Versicherungs­pflichtgrenze, freiwillig auch alle anderen Selbstständige, Freiberufler und Angestellte über der Grenze
Der Beitrag richtet sich nach deinem Einkommen, bis zur Beitrags­bemessungs­grenze Eintrittsalter, Gesundheit und dem gewählten Tarif
Familie Kinder und Partner ohne eigenes Einkommen oft beitragsfrei mitversichert Jede Person hat einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag
Leistungen Gesetzlich festgelegt, der Gesetzgeber kann sie ändern Im Vertrag garantiert, für die ganze Laufzeit
Beim Arzt Karte vorzeigen, die Kasse rechnet direkt ab Du bekommst die Rechnung und reichst sie ein
Im Alter Der Beitrag sinkt mit der Rente, weil er am Einkommen hängt Der Beitrag hängt nicht an der Rente, Rückstellungen dämpfen ihn
Der Weg zurück Die Kasse wechseln geht jederzeit Zurück in die gesetzliche Kasse ist schwer, ab 55 meist unmöglich

Was du im Monat zahlst

Schema: Der gesetzliche Beitrag steigt mit dem Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze und bleibt dann gleich. Der private Beitrag ist unabhängig vom Einkommen. Beitragsbemessungsgrenze gesetzlich privat Einkommen → Beitrag →
Schema ohne Maßstab. Wo die private Linie liegt, hängt von Alter, Gesundheit und Tarif ab.

In der gesetzlichen Kasse zahlst du einen festen Anteil deines Einkommens: 14,6 % plus Zusatzbeitrag, als Angestellter trägt dein Arbeitgeber die Hälfte. Ab der Beitragsbemessungsgrenze steigt der Beitrag nicht weiter.

Wer gut verdient, zahlt also den Höchstbeitrag, für dieselben Leistungen wie alle. Genau an diesem Punkt wird die private Krankenversicherung interessant. Ihr Beitrag hängt nicht am Gehalt, er sinkt aber auch nicht, wenn du weniger verdienst, in Elternzeit gehst oder in Rente.

Für wen sich die PKV lohnt und für wen nicht →


Gesetzlich bleiben, gezielt ergänzen

Für die meisten ist das der bessere Weg: Die Kasse bleibt die Basis, eine Zusatzversicherung schließt die Lücke, die dich stört. Ohne Systemwechsel und mit deutlich weniger Gesundheitsfragen als in der PKV.

  • Zahnzusatz

    Kronen, Implantate, Inlays und Prophylaxe. Für die meisten der wichtigste Baustein.

  • Krankenhaus

    Ein- oder Zweibettzimmer und die Wahl, wer dich operiert.

  • Ambulant

    Brille und Kontaktlinsen, Heilpraktiker und Vorsorge über das Kassenprogramm hinaus.

  • Kranken­tagegeld

    Das Krankengeld der Kasse liegt unter deinem Netto, für Selbstständige gibt es ohne Vertrag oft gar nichts.

    Mehr für Selbstständige →
  • Auslands­reise

    Im Ausland zahlt die Kasse oft nur einen Teil, den Rücktransport nie.

    Direkt online abschließen →

Beispiel: ein Implantat mit Krone

Rechnung rund 3.000 €

Ohne Zusatz Kasse 2.300 € zahlst du Mit Zahnzusatz Kasse Zahnzusatz Bei dir bleiben rund 300 €.
Beispiel, gerundet. Die Kasse zahlt einen Festzuschuss von rund 700 €, je nach Befund und Bonusheft. Der Tarif erstattet hier 90 % der Rechnung samt Kassenleistung, in den ersten Jahren oft begrenzt.

Worauf es beim Zahntarif ankommt

  • Früh abschließen. Was der Zahnarzt schon angeraten hat oder was schon läuft, ist nicht versichert.
  • Auf die ersten Jahre schauen. Viele Tarife begrenzen die Erstattung anfangs auf feste Beträge.
  • Implantate mitdenken. Ein guter Tarif zahlt auch Implantate und Inlays, nicht nur die einfache Brücke.

Die gesetzliche Kasse zahlt beim Zahnersatz einen Festzuschuss für die einfachste ausreichende Versorgung. Ab 2027 sinken die Festzuschüsse zusätzlich, der Eigenanteil wird also größer.


Krankenversicherungs-Check

Welche Krankenversicherung passt zu dir?

8 kurze Fragen, etwa zwei Minuten. Keine Fragen zu deiner Gesundheit. Danach siehst du, welche Wege für dich in Frage kommen und welche Bausteine sich lohnen könnten. Unverbindlich und ohne Kaufdruck.

Frage 1 von 8 0 %
STATUS

Was machst du beruflich?

Davon hängt ab, ob du überhaupt wählen kannst zwischen gesetzlich und privat.


Häufige Fragen

Sollte ich mich privat oder gesetzlich versichern?

Das hängt von Einkommen, Beruf, Familienplanung und Gesundheit ab, nicht vom günstigsten Einstiegsbeitrag. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist schwer rückgängig zu machen. Deshalb schauen wir genau hin, bevor wir etwas empfehlen, und raten auch ab, wenn es nicht passt.

Ab welchem Einkommen darf ich in die private Krankenversicherung?

Als Angestellter brauchst du ein Bruttojahresgehalt über der Versicherungspflichtgrenze: 77.400 Euro im Jahr 2026, für 2027 sind 84.150 Euro beschlossen (die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus). Selbstständige und Freiberufler können unabhängig vom Einkommen wählen.

Lohnt sich eine Zusatzversicherung, wenn ich gesetzlich versichert bin?

Oft ja, gezielt eingesetzt, vor allem für Zahnersatz und das Krankenhaus. Sinnvoller als ein teurer Rundum-Tarif ist meist, genau die Lücke zu schließen, die dich betrifft.

Was zahlt die gesetzliche Kasse beim Zahnersatz?

Einen Festzuschuss: 60 Prozent der Kosten für die einfachste ausreichende Versorgung, mit lückenlosem Bonusheft 70 oder 75 Prozent. Alles darüber, etwa Implantate oder Keramik, zahlst du selbst. Ab 2027 sinken die Festzuschüsse zusätzlich. Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt einen großen Teil des Eigenanteils.

Mein PKV-Beitrag steigt. Was kann ich tun?

Erst einmal nicht kündigen. Meist ist der Tarifwechsel bei deinem eigenen Versicherer nach § 204 VVG der bessere Weg, weil deine Altersrückstellungen erhalten bleiben. Diese Prüfung bieten wir selbst nicht an. In unserem Ratgeber zur PKV-Beitragserhöhung steht, wie du vorgehst.

Was kostet mich die Beratung?

Nichts. Vergütet werden wir über die Provision der Gesellschaft, bei der du am Ende abschließt.


Lass uns schnacken

Ruf an, schreib eine Nachricht oder buch dir direkt einen Termin – wir melden uns immer persönlich zurück.

Bitte keine Gesundheitsdaten, die besprechen wir am Telefon.

Wir rufen werktags innerhalb eines Tages zurück.

Willhoop 5, 1. OG · 22453 Hamburg · +49 40 3786720